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Die Drogen – Jetzt im Handel

Jetzt im Handel
4 Sterne

Das Video zur ersten Auskopplung des Albums Jetzt im Handel gab es hier schon vor einiger Zeit. Das Debüt landet am 6. August und Die Drogen müssen beweisen dass sie den Level des Ohrwurm-Songs über eine Albumlänge halten können. Frische Musik mit deutschen Texten hat bei mir eh ein Stein im Brett, denn es ist meiner Meinung nach um einiges schwerer etwas anständiges in unserer Muttersprache abzuliefern, gegenüber der Weltsprache.

Die Jungs aus München haben sich 2008 zusammengetan und geben sich selbstsicher, eine Mischung aus Die Ärzte und Franz Ferdinand wird auf der Website genannt. Ob sie diesen Qualitätsstandard erreichen muss das Album nun zeigen.
Der Opener Ana (ist die Beste) legt mit einem ohrwurmtauglich rockenden Refrain gleich mal gut los. In die selbe Kerbe schlägt das schon bekannte Süchtig nach Dir, ein gute Laune Garant welcher live bestimmt ein Knaller ist. Beim folgenden Ich möchte Dich Wiedersehen bekommt man den Eindruck dass ein fester Bestandteil der Band „Ooh ooh-Passagen“ sind. Und um dieses Gefühl zu bestätigen, fängt der nächste Track mit Namen Du mit „Uuh uuh“ an. In diesem Moment wünscht man sich dass dieses Phänomen nicht dauerhaft auftritt, auf den Titel Schalala gehen wir mal nicht ein. Guten Tag stimmt dann wieder ein wenig versöhnlich mit einem wunderbaren Refrain der zum Mitsingen einlädt.
Ein wenig Abwechslung bringt Irgendwann, vielleicht ins Album. Ein melancholisches Akustikstück welches der Band auch gut zu Gesicht steht. Ein oder zwei Tracks mehr dieser Sorte hätten der Langrille sicher nicht geschadet. Immerhin geht Ohne Dich noch in die Richtung und setzt zum Ende des Albums noch einen kleinen Glanzpunkt.

Die Drogen haben mit Jetzt im Handel ein Debüt erschaffen welches größtenteils gute Laune macht und den Fuß sofort zum Wippen bringt. Die beiden etwas ruhigeren Songs tun dem Album gut und lassen die Band somit nicht als reine Froh-Pop Gruppe dastehen. Allein die oben genannten Passagen trüben das Bild bei mir etwas.
Deutsch-Pop Fans sollten der Scheibe auf jeden Fall mal eine Chance geben und sich den Bandnamen im Kleinhirn verankern. Da ist sicher großes Potential für den Nachfolger vorhanden.

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Bad Aces – Rope A Dope

Rope A Dope
4 Sterne

Fünf junge Kerle – alle gerade mal Anfang zwanzig – aus Ratingen nennen sich Bad Aces und werden am 25. Juni ihr Debütalbum Rope A Dope raushauen.
Produziert wurde die Scheibe von Jon Caffery der auch schon mit den Toten Hosen und den Einstürzenden Neubauten gearbeitet hat.
Das erste Demo-Band hat ihm nicht gefallen, aber als er eine DVD mit einem Livekonzert gesehen hat kam die Entscheidung. Die Energie welche die Band auf der Bühne versprüht will er unbedingt auf die Platte bannen. Somit ging es mit den Jungs auch nicht in ein normales Tonstudio, sondern in einen Club. Dort spielten sie sich drei Tage lang die Seele aus dem Leib und Caffery hat sie zusammen aufgenommen.

Herausgekommen ist ein ehrliches Rockalbum mit einer Menge Punkeinfluss, welches straight gerade aus geht. Hier wird nicht groß experimentiert oder verschnörkelt, hier wird gerockt. Hört man sich die Scheibe so an und bedenkt das junge Alter der Bandmitglieder, ist es schon beeindruckend was die Kerle hier auf die Beine gestellt haben. Schöne Riffs, Melodien und Refrains welche für Livekonzerte nur so gemacht sind. Groover gibt es auch, Look Around ist hier zu nennen, ein Track der Parallelen zu einem gewissem Herrn Idol aufkommen lässt. East To West ist dann wieder so eine Stadion-Bombe die live sicherlich super rüberkommt. Der Titeltrack hat eine Prise Rotz zu bieten, trommelt gut aufs Fell ein und lässt den geneigten Zuhörer auf jeden Fall mitgröhlen.

Die Jungs haben hier eine ehrliche Rockscheibe abgeliefert die gut nach vorn geht und erahnen lässt was sie live für eine Stimmung erzeugen können. Zum Glück hat Mr. Caffery nach dem ersten Demoband nicht gleich resigniert, das wäre ein musikalischer Verlust gewesen.

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My Name Is Music – Revolution

Revolution
5 Sterne

Phoebe Hall und Nich Altmann kommen aus Österreich, erstere ist die Stimme von My Name Is Music. Ihr Debüt Revolution steht seit kurzem in den Läden und weiß durch originelle Gitarrenpopsongs zu überzeugen.
Gleich der Opener Heehaw kommt so snappy, frisch und melodiös um die Ecke dass die Vorfreude auf den Rest des Album einen hohen Level erreicht. Die Band hat ein Gespür für eine eigenwillige Instrumentierung ihrer Songs, die oftmals minimalistisch aber niemals aufgesetzt klingt. Die Stimme von Phoebe drückt der Musik dann noch ihren unverkennbaren Stempel auf. In dem Song Queen Of The World wird dies zum Beispiel sehr deutlich, eine wunderbare Ballade zurückhaltendem Bass und verträumter Gitarre, darüber schwebt der Gesang und umhüllt den Song vollends. Birthday Cake läuft auch in diese Richtung.
Eine Schippe drauflegen darf Popstar, welches wieder die melodiöse Ader der Band hervorhebt, gleichzeitig aber auch mal mal etwas verquer klingt. Das macht den Song dann so richtig interessant. Ein auflockerndes Lächeln zaubert die kurze Beatbox-NummerOh Shit My Boyfriend Is Darth Vader auf die Lippen.
Der Closer Rain deckt zum Schluss noch mal das gesamte Spektrum der Band ab, rockt richtig los und entlässt einen mit dem Gefühl gerade ein wirklich gelungenes Album gehört zu haben.

My Name Is Music haben hier ein Album auf die Beine gestellt welches prall gefüllt ist mit wunderbaren Popsongs. Dabei klingt die Band so frisch und eigenständig dass es einfach eine Freude ist ihnen zuzuhören.

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My Glorious – Home Is Where The Heart Breaks

Home Is Where The Heart Breaks
3 Sterne

„Foo Fighters meets Coldplay“ plus Garage Beat/Rock – so steht es im Beipackzettel des neuen My Glorious Albums Home Is Where The Heart Breaks, welches bei uns seit letztem Freitag in den Läden steht.
Das Wiener Trio hat sich im Januar 2008 gefunden und besteht aus den Seiler Zwillingen und Samuel Fischer. Der Start des Albums fängt etwas holperig und soundmäßig vielleicht ein wenig dünn an. Doch nach dem mäßigen Opener wird doch gut Fahrt aufgenommen. Das absolut tanzbare You Should Be Dancing wird vom folgenden Blue Horizon noch übertroffen. Intensiv trottend arbeitet sich der Song voran und ist wunderbar instrumentiert.
Break My Heart kann hier dann nicht mehr so ganz mithalten, doch Under The Water macht dies, mit im ersten Moment etwas verquer erscheinendem Sound, wieder wett. Welch ein interessantes Klangbrett. Die nächste, bedeutende Haltestelle ist der Song Horse. Hier mal etwas ruhiger und langsamer, dafür aber mit schönen Gesangslinien, wie es sich für eine Ballade gehört. Und um den Hörer noch emotional zu greifen darf es sich gegen Ende auch aufschaukeln. Folgendes Blow Up The Sun schlägt in die selbe Kerbe, kommt sogar noch melodiöser daher und setzt gegen Ende auch einen Höhepunkt.
Einen Ausflug in die ProgRock-Ecke bietet Use Me mit einem schönen Intro inklusive audioslavescher Gitarrenriffs. Der Closer Timetraveller leitet mit sanften Klängen in den Abschluss des Albums ein, mit vorsichtigen Gitarren und einem deutlichen Herzschlag im Background. Mehr benötigt es nicht um dieses bodenständige Rockalbum, welches seine Fühler in das ein und andere Genre ausstreckt, zu beenden. Hoffen wir das dieser Herzschlag lange andauert und My Glorious noch einige Lebenszeichen von sich geben werden.

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Tibursky – Not Quite Bohemian

Not Quite Bohemian
5 Sterne

Jetzt wo die Tage kürzer und dunkler werden ist die Zeit der etwas melancholischeren Alben gekommen. Die neue Scheibe von Johannes Tibursky kommt hier gerade richtig.
Tibursky ist ein alter Hase im Musikbusiness, in den 90ern mit seiner Band Prussia, heute hat er sein eigenes Label Kitchen Records. Nach einer Auszeit von über 10 Jahren hat er nun sein Soloprojekt verwirklicht.
Not Quite Bohemian heißt sein Soloalbum und bestätigt Song für Song die Qualität des Singer/Songwriters. Das beeindruckende an der Scheibe ist dabei sicherlich auch die Stimme Tiburskys, welche sich perfekt in die Inszenierung der Songs einfügt. Peel, der Opener und zugleich eine der beiden Singles, ist da ein gutes Beispiel und wurde vielleicht auch deshalb für die TV-Kampagne eines deutschen Online-Reisebüros ausgewählt. Die zweite Single ist Travel und beginnt mit Klavierklängen bevor sehnsüchtig vom Fernweh erzählt wird. Mein Favorit des Albums ist ganz klar The Dark Side, wo Tibursky seine Stimme noch weiter runterschraubt, dazu die stimmige Melodie und das schöne Klavierspiel. Ähnlich kommt der folgende Track Closer daher, spätestens an dieser Stelle hat einen das Album gefangen genommen. In Nicotine geht es noch einen Schritt langsamer, ab und an wird man an Tom Waits erinnert und sphärische Klänge erhalten Einzug in den Tibursky-Klangkosmos. Doch bevor man sich komplett der Melancholie hingibt lockert Kepp On Rockin die Scheibe gegen Ende nochmals auf.
Der Closer Once Again ist eine wunderschöne Ballade bei der die beeindruckende Stimme noch einmal richtig gut zur Geltung kommt.

Tibursky hat mit diesem Album ein stimmiges Gesamtwerk geschaffen, das sich perfekt für kalte, dunkle Wintertage vorm Kamin eignet.

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