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Age Of Orange – Across The Shades

Across The Shades
3 Sterne

Across The Shades ist schon das zweite Album der Mönchengladbacher Age Of Orange und soll in einer musikalischen Twilightzone zwischen Grunge, Pop, Punk und Hype mal hart, mal soft seine Bahnen drehen.
Nach ihrer ersten EP Many Melodies nahm Ex-Tote Hosen Drummer Wolfgang „Wölli“ Rohde die Jungs unter seine Fittiche. Die Band tourt durch ganz Deutschland und mit Größen wie Dog Eat Dog oder Muff Potter zusammen.

Am 23. Oktober erschien nun das 12 Track starke neue Werk der vier Rockmusiker. Den Mainstream hat sich die Band nicht unbedingt auf die Fahne geschrieben, doch haben Songs wie These Tracks oder Nowhere schon eingängige Melodien die sofort ins Ohr gehen. Muss ja nichts schlechtes sein. Wenn zwischendurch so kraftvoll interessante Stücke wie der Hiphip Shake daherkommen ist die Welt doch in Ordnung.
Und wie es sich heut zu tage für eine Rockband gehört, kommt man natürlich nicht ohne eine Ballade aus. In diesem Fall ist es der Song Curtains Fall, minimalistisch gehalten per Akustikgitarre. Kommt ganz gut, ist aber nicht herausragend und bremst das Album irgendwie ziemlich ab. Everest hingegen ist eines der besseren Stücke, schön dunkle Gitarrenwand und energischer Gesang. Manchmal hat man das Gefühl es fehlt das gewisse Etwas. So auch bei All These Pictures, wieder eines der langsameren Stücke, das auch durch – oder eben auch – stetiges Wiederholen des Refrains nicht besser wird.
Der am Anfang skizzierte Genre-Mix mag auch nicht so wirklich bewusst werden, die erhoffte Abwechslung bleibt irgendwie aus. Der MySpace-Hit Cannonballs kann aber ganz gut zünden und bietet gegen Ende dieses Albums noch eine versöhnliche Note.

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Voicst – A Tale Of Two Devils

A Tale Of Two Devils
4 Sterne

Voicst kommen aus Holland, haben aber nun lange Zeit in New York verbracht. Dort wurde auch ihr neues Album A Tale Of Two Devils aufgenommen, produziert übrigens von Peter Katis (Interpol, The National).
Und da in New York ja die verschiedensten Persönlichkeiten rumlaufen, traf die Band unter anderem den Trompeter von Beyonce und den Pianisten von Simon & Garfunkel. So ist New York halt, und somit wurden die Musiker gleich mit ins Studio genommen.

Zu hören bekommt man auf dem am Freitag erscheinenden Deutschlanddebüt energiegeladenen Indie Pop/Rock der reich bestückt ist mit interessanten Songstrukturen und Sampling-Effekten, doch nie überladen wirkt.
Gegen Halbzeit der Platte drehen Voicst dann richtig auf, Songs wie A Year And A Bit und Everyday I Work On The Road haben ihren ganz eigenen Charme und zünden mit den wunderbaren Melodien sofort. Gelungene Abwechslung bietet Second Blow, mal etwas ruhiger mit Streichern im Hintergrund und zartem Gesang vermag dieser Track eine einnehmende Wirkung zu entwickeln. Doch das bleibt dann auch die Ausnahme, denn Voicst haben viel zu viel Energie im Allerwertesten, und die muss raus. Somit reiten sie im Galopp auf das Finale zu, welches einen dann doch eher sanft aus den Album entlässt.

Voicst haben hier ein starkes PopRock Album abgeliefert, das dem Einheitsbrei in diesem Genre gern den mittleren Finger entgegenstreckt. Zurecht!

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Poolstar* – 4

4
4 Sterne

Aus Berlin kommen die vier Jungs von Poolstar* und dürften nicht nur den Hauptstädtlern ein Begriff sein.
Im August 2007 hat nämlich auch der gute Rodrigo Gonzâles ein Ohr auf die Band geworfen. Somit kamen die Jungs irgendwann zu Rodrec und supporteten Die Ärzte auf fünf Shows. Danach war für Rod klar dass er ein Album der Band produzieren will.

Und hier ist nun die Scheibe, ab sofort steht 4, das dritte Album der Band, in den Plattenläden Eures Vertrauens.
Das hier keine Gefangenen gemacht werden suggeriert gleich der Opener I Killed Someone, da gleich zu Anfang einem die Stromgitarre entgegenschreit und der eingängige Refrain zum Mitmachen auffordert. Das hier keine schnulzigen Balladen zu erwarten sind wird auch klargestellt, so rockt Inside Of You in gutem Punk-Rock-Pop-Stil weiter. Doch was nun?! Something In Your Eyes fängt doch etwas seicht an und bei diesem Titel kann man schon mal Angst haben das es sich um eine Ballade handelt die laut Meinung vieler Rockbands auch auf ein Rockalbum gehört. Aber der Song rettet sich dann doch noch.
Der Track Schicksal? lässt einen vielleicht auf einen ärztigen Song hoffen, allerdings bleibt sich die Band hier treu und somit auch beim Englisch, nur am Ende kommt dann doch noch ein kleiner deutscher Satz zum Vorschein der den Namen rechtfertigt. My Rapture lässt die Stimme von Sänger Töff in ungeahnte Höhen schnellen, aber keine Sorge, spätestens der gut rockende Refrain reißt sie dann wieder runter und macht ordentlich Druck! Einen Song zum Sommer steuern Poolstar* auch bei, Summertime ist absolut cabriotauglich und macht gute Laune. Noch einmal gut zur Sache geht es im Closer Silverspoon, der einen mit treibenden Drums und einer stabilen Gitarrenwand vor die Tür setzt.

Was neigt der verwöhnte Hörer zum neuen Poolstar* Album zu sagen? Vielleicht das die Scheibe nicht an die Kreativität der Band des Produzenten heran reicht. Aber das hatte die Band wahrscheinlich auch nie im Hinterkopf. Poolstar* haben hier ein solides (Punk)Rock Album erschaffen auf dem man wunderbare Gitarrenarbeit gepaart mit eingängigen Songs genießen kann.

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The Parlotones – A World Next Door To Yours

A World Next Door To Yours
5 Sterne

Die erste Single Giant Mistake habe ich hier ja schon mal vorgestellt, nun liegt allerdings das komplette Album A World Next Door To Yours von The Parlotones auf dem Tisch. Die Single hat meines Erachtens schon ziemliches Hitpotential, und somit war ich auf den Rest des Albums sehr gespannt.

In Südafrika haben die Parlotones ja schon ein Stein im Brett. Ihr Debüt Radiocontrolledrobot holte Gold und die aktuelle Scheibe schon Platin.
Der Opener ist die Single, ich denke mal dazu muss man nicht mehr viel sagen. Weiter geht es mit der Ballade I´ll Be There, bei der das erste mal die charismatische Stimme von Sänger Kahn Morbee so richtig zum Vorschein kommt. Eins kann ich an dieser Stelle ja schon mal verraten, die Band ein gutes Gespür für wunderbare Melodien. Folgendes I´m Only Human erinnert mich nicht nur wegen des Titels an The Killers, auch von Sound her sind hier viele Ähnlichkeiten zu erhören.
Die ruhigeren Songs sind – nicht zu letzt wegen der prägenden Stimme – wirklich stark. Sun Comes Out ist da ein Beispiel oder auch Solar System. Das sie aber auch anders können beweist der Song Dance, treibend mit einer mitreißenden Melodie und einem Refrain der sich im Hirn festschraubt und die Gliedmaßen zucken lässt. Die Melodie im Refrain erinnert mich übrigens auch an einen Song, aber ich komme einfach nicht drauf an welchen. Pointing Fingers geht in eine ähnliche Richtung. Mit Klavierklängen leitet Dissappear Without A Trace so langsam das Ende des Albums ein. Ein klasse Song der zart anfängt, sich aber an den richtigen Stellen aufbäumt und somit einen der besseren Songs dieses hochwertigen Longplayers darstellt. Der Closer Baby Be Mine kommt dann mit Akustikgitarre und hinterlegten Streichern daher, somit wird man sanft entlassen aus diesem tollen Album.

Wirklich bemerkenswert welch ein starkes Album The Parlotones hier abgeliefert haben. Hochwertige Songs ohne Ausfall füllen die 14-Track starke Langrille. Der Vergleich mit The Killers drängt sich mir vor allem bei den schnelleren Songs auf, und ich denke hier haben The Parlotones sogar die Nase vorn.

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Cargo City – On.Off.On.Off.

On.Off.On.Off.
4 Sterne

Cargo City ist Simon Konrad, und er bringt nach dem Debüt When I Sleep I Disapear nun seinen Zweitling in die Läden. On.Off.On.Off. lautet der Titel der neuen Langrille des Songwriters.

Zu hören bekommt man gefühlvollen Indie Pop vom Feinsten. Gleich der erste Song des Albums, Hold On In The Rye, Holden hat mich so in den Bann gezogen dass ich gespannt war wie diese Scheibe sich entwickeln wird. Und man wird nicht enttäuscht, gleich folgendes Euphoria/Nostalgia mit einer starken Melodie im Refrain und das Duett Flowershops In Hospitals mit Nadine Renneisen, Pianistin in Simons Liveband, beeindrucken nachhaltig.
Der Ohrwurm des Albums ist der Titeltrack, was sicherlich dem dafür prädestinierten Namen zuzuschreiben ist. Aber auch die Songstruktur trägt einiges dazu bei. I Don´t Speak kommt mit akustischem Sound gut an, und erinnert mich in manchen Momenten irgendwie an Hellsongs.
Ruhig stampfend erwacht My Blood In Your Hair in einem atmosphärisch dichtem Klangbild um mit versöhnlichen Tönen wieder zu versinken. Das hypnotische I Lost My Head Again lässt bei mir an manchen Stellen die Erinnerung an Placebo wach werden. Eine klassische Piano-Ballade hat der Rundling mit But Then Daryl Sings Again auch zu bieten, schön ruhig um die Gedanken mal frei zu lassen. Almost Almost bereitet den Ausgang aus einem Album das auch ohne Rock oder Bombast ganz groß sein kann.

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