Audioslave – Revelations

Revelations5 Sterne

Endlich, das neue Werk von Audioslave ist erschienen. Revelations ist das dritte Werk der ehemaligen RATM inkl. ex Soundgarden Sänger Chris Cornell.
Das selbstbetitelte Debüt damals ist noch heute eines meiner absoluten Lieblingsalben. Das zweite Album Qut Of Exile hat mich dann ein wenig enttäuscht, zu wenig Charakter und zu lasch kam es rüber. Demnach war ich gespannt ob sie nun noch mal aufdrehen würden oder gar in andere Gefilde abrutschen. Von Funk war im Vorfeld die Rede, und dies war bis jetzt doch eher untypisch für Audioslave. Aber nach dem ersten Hören waren die Zweifel wie weggeblasen, endlich wieder ein Album auf dem Chris Cornell wieder ordentlich Druck macht mit seiner beeindruckenden Stimme.

Tom Morello scheint diesmal nicht so im Vordergrund zu stehen mit seinen Gitarren, dennoch sind sie natürlich sehr präsent und auch schöne Soli sind vorhanden. Den Beweis gibts gleich im Opener Revelations, zwar kurz aber wunderbar in den Song passend mit schönen Effekten überlagert.
Der Funk tritt das erste mal im folgenden One And The Same auf, hört sich sehr interessant an und erinnert im ersten Moment stark an Wolfmother. Der Song hat einen wirklich mitreißenden Groove und Cornell muss sich schon ziemlich anstrengen damit sein Gesang nicht untergeht, was ihm ganz gut gelingt. In der Mitte des Songs dann wieder ein schönes Soli von Morello, kurz und knackig.
Sound Of A Gun fängt dann etwas ruhiger an und groovt wieder gewaltig mit guten Riffs und klasse Basslauf. Guter Midtempo-Song in dem Cornell in den Strofen ruhiger zur Sache geht und beim Refrain auch nur ein wenig mehr aufdreht. Mit Akustikgitarre gehts bei Until We Fall weiter, der ersten Ballade des Albums. Wer Like A Stone oder I Am The Highway vom Debüt mochte wird diesen Song auch klasse finden. Die Stimme Cornells kommt hier wieder wunderbar zu Geltung.
Treibender wirds wieder bei der ersten Singleauskopplung Original Fire, schöne Riffs, groovender Bass und überzeugendes Schlagzeug. Und natürlich die Morellosche Gitarrenspielerei. Leichte Funk-Anleihen dann wieder bei Broken City, für mich der erste nicht so überzeugende Song des Albums, irgendwie komisch wenn Cornell duuuduuuuduuuu-artig singt.
Besser wirds wieder bei Somedays, dichter Sound mit schönen Riffs, allerdings ist der Refrain recht unspektakulär. Shape Of Things To Come ist dann wieder im typischen Audioslave-Sound gehalten, etwas ruhiger Gesang der im Refrain dann aber voll Gas gibt, so mag man sie. Im folgenden Jewel Of The Summertime kommen dann wieder ganz kurz diese Funk-Ansätze, passt wunderbar in den Song. Und mal wieder ist es beeindruckend was Morello mit seiner Gitarre und den Effektgeräten zaubert, super kreativ der Mann.
Wide Awake ist dann der zweite balladenartige Song, allerdings durch das dichte Schlagzeug nicht ganz so ruhig. Thematisch werden Audioslave dann politisch, der Song handelt über die Unfähigkeit der Bush-Regierung nach der Katastrophe des Hurrikans Katrina. Der Closer Moth fängt die ersten Sekunden sehr ruhig an um danach ordentlich Druck zu machen und wieder in einer ruhigen Strofe zu münden. Dieses auf und ab bestimmt den Song und Cornells Qualitäten dürfen nochmal alles geben.
Ein super Abschluss für ein sehr gutes Album.

Audioslave sind zurück und haben nun ihren Weg und Sound gefunden. Zwar ist das Debüt noch einen Tick besser aber dieses neue Werk kratzt schon gewaltig am Thron. Man kann nur hoffen das diese Band noch lange weitermacht und uns so starke Alben abliefert.

Tags: ,

  • Pingback: Neuerscheinungen | Releases im September » schallgrenzen

  • http://www.sickdebosz.de Maddin

    Es gibt zwar auf diesem Album keinen einzigen Hit, der „I’m the highway“ schlagen kann, aber als Gesamtwerk gefällt mir „Revelations“ besser als die beiden Vorgänger! Und Chris Cornells schnell eintönige Stimme geht mir diesmal auch nicht auf den Sack! Nur zu empfehlen!

  • http://www.alternative-music.org Cy

    Der Song war auch mein Liebling auf dem Album, aber ich glaube schon seit Album 2 haben sie diese Richtung verlassen.