Tibursky – Not Quite Bohemian

Not Quite Bohemian
5 Sterne

Jetzt wo die Tage kürzer und dunkler werden ist die Zeit der etwas melancholischeren Alben gekommen. Die neue Scheibe von Johannes Tibursky kommt hier gerade richtig.
Tibursky ist ein alter Hase im Musikbusiness, in den 90ern mit seiner Band Prussia, heute hat er sein eigenes Label Kitchen Records. Nach einer Auszeit von über 10 Jahren hat er nun sein Soloprojekt verwirklicht.
Not Quite Bohemian heißt sein Soloalbum und bestätigt Song für Song die Qualität des Singer/Songwriters. Das beeindruckende an der Scheibe ist dabei sicherlich auch die Stimme Tiburskys, welche sich perfekt in die Inszenierung der Songs einfügt. Peel, der Opener und zugleich eine der beiden Singles, ist da ein gutes Beispiel und wurde vielleicht auch deshalb für die TV-Kampagne eines deutschen Online-Reisebüros ausgewählt. Die zweite Single ist Travel und beginnt mit Klavierklängen bevor sehnsüchtig vom Fernweh erzählt wird. Mein Favorit des Albums ist ganz klar The Dark Side, wo Tibursky seine Stimme noch weiter runterschraubt, dazu die stimmige Melodie und das schöne Klavierspiel. Ähnlich kommt der folgende Track Closer daher, spätestens an dieser Stelle hat einen das Album gefangen genommen. In Nicotine geht es noch einen Schritt langsamer, ab und an wird man an Tom Waits erinnert und sphärische Klänge erhalten Einzug in den Tibursky-Klangkosmos. Doch bevor man sich komplett der Melancholie hingibt lockert Kepp On Rockin die Scheibe gegen Ende nochmals auf.
Der Closer Once Again ist eine wunderschöne Ballade bei der die beeindruckende Stimme noch einmal richtig gut zur Geltung kommt.

Tibursky hat mit diesem Album ein stimmiges Gesamtwerk geschaffen, das sich perfekt für kalte, dunkle Wintertage vorm Kamin eignet.

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