Madrugada – dto.

Madrugada - dto.5 Sterne

Nach dem Tod von Robert Burås, dem Gitarrist von Madrugada, war nicht klar ob die Band ihr neues, selbstbetiteltes Album veröffentlicht. Er wurde Tod in seiner Wohnung aufgefunden, in der Zeit in der die Band an dem Album arbeitete. Zur Todesursache gab es keine Information. Zum Glück haben sie sich entschieden die Arbeiten am Album abzuschließen und es zu veröffentlichen. Momentan bei uns allerdings nur digital. Auf Nachfrage bei EMI kam heraus das bis jetzt noch kein Termin für Deutschland bekannt ist, man aber hoffe dass es so bald wie möglich auch hier erscheint.

Ob Madrugada nach diesem Album weiterhin bestehen und Musik machen wird steht wohl noch nicht fest. Man kann es aber nur hoffen, vor allem wenn man sich diesem Album gewidmet hat. Ich habe mal irgendwo einen Artikel gelesen in dem der Sound der Band als flüssiger, melancholischer Rock beschrieben wurde, sehr passend wie ich finde. Dies findet man auch in dem Neuling überall wieder. Das andere Merkmal der Band ist natürlich die geniale Stimme von Sivert Høyem.
Nach ein paar Sekunden des Openers Whatever Happened to You? bekommt man diese auch gleich zu hören, welche neben dem Drums die treibende Kraft dieses Songs ist. Ein schönes laut-leise-Spiel mit gutem dramaturgischen Anstieg zum Ende, damit der Song mit schönen Gitarrensoli endet. Gitarrenlastig geht es auch gleich in The Hour of the Wolf weiter, der nicht so melancholisch wie sein Vorgänger klingt und wunderbare Melodien bietet.
Die Melodien, welche sofort ins Ohr gehen, finden sich fast in jedem Song wieder. Manchmal sogar mehrere gleichzeitig, so hat man zumindest den Eindruck, sei es der Gesang von Sivert, die Gitarre, der Bass oder manches gleichzeitig. Wirklich klasse!
Die erste Single Look Away Lucifer startet mit Akustikgitarre und einem simplen Refrain der sich sofort in den Gehirnwindungen festsetzt und einen zum Mitsingen zwingt. Auch der etwas rotzige Gesang kommt hier ziemlich gut. Mit Honey Bee gelangt eine Ballade aufs Album. Ruhiger Gesang und Akustikgitarre bestimmen, neben der wunderschönen Melodie, den Song. Einer der Höhepunkte.
What´s On Your Mind ist auch einer der leiseren Songs, in dem man sich etwas in der Zeit zurück versetzt fühlt. Und auch hier wieder diese genialen Übergangsmelodien, welche dem Aufbäumen des Songs voranstehen. Diese bietet auch Valley Of Deception und macht den Song neben der rauhen Stimme von Sivert und dem Gitarrenpart gegen End zu einem weiteren Höhepunkt.
Den letzten Song singt der verstorbene Robert Burås nur mit akustischer Gitarre und viel Gefühl. Somit gibt dieser Closer natürlich einen emotionalen Ausstieg aus diesem erstklassigem Album.

Sollte diese Scheibe die letzte von Madrugada sein, es ist ein würdiger Abgang aus dem musikalischen Rampenlicht. Wunderschöne Melodien, oftmals melancholisch, manchmal einfach nur schön, aber immer passend verschmelzen mit der grandiosen Stimme von Sivert Høyem und machen diesen Silberling zu einem überdurchschnittlichen Album.
Hoffentlich bekommen wir noch weiteres dieser tollen Band zu hören!

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  • http://www.tagesgeld-angebote.de Andre Tagesgeld

    Mir gefällt das Album – ist halt ein eigener Stil, wenn auch nicht jedermanns Sache. Meiner Freunding gefällts beispielsweise gar nicht.