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Kissin´ Dynamite – Steel Of Swabia

Steel Of Swabia
4 Sterne

Als ich Steel Of Swabia so nebenbei in den Player geschoben und angestartet hatte, dachte ich im ersten Moment ich hätte mich vergriffen. Das soll ein Debüt-Album sein? Ja ok, vielleicht aus den 80ern?! Aber ein Blick auf die CD bestätigte dass die Scheibe noch taufrisch ist und die Jungs auf dem Cover sehen auch nicht aus wie zerknitterte Metaller. Also gleich mal auf der Website von Kissin‘ Dynamite recherchiert und siehe da, keiner von ihnen hat das 18te Lebensjahr bis jetzt erreicht. Musikalisch hört sich das aber ganz anders an.

Gleich beim Opener Let´s Get Freaky erkennt man die Helden der Band. Mir fielen da als erstes Kiss und Guns n´ Roses ein, und im Gitarrenpart kommt Iron Maiden zum Vorschein. Das soll nun allerdings nicht bedeuten das sich der Sound kopiert oder gar abgekupfert anhört.
Beim folgenden Out In The Rain wird ein wenig Tempo rausgenommen. Dafür bekommt man aber den ersten Ohrwurm des Albums geboten. Lange kann man sich aber nicht ausruhen, denn der Titeltrack geht wieder gut nach vorn. Schön treibend melodiös in den Strophen und der Drummer gibt in dem Song alles. Ich denke dieser Song soll das Aushängeschild der Band sein, hier wird alles gefordert, vom Gesang und den Instrumenten. Nach diesem Hammer braucht man erstmal eine Verschnaufpause, welche man mit Against The World auch bekommt. Klar, jede noch so harte Rockband braucht eine Ballade. Schadet der Platte auch nicht.
Only The Good Die Young hat wieder einen Refrain der sich ins Innenohr fressen kann, und natürlich kommt die Stromgitarre auch nicht zu kurz. Welcome To The Jungle erinnert nicht nur vom Titel her an Guns n´ Roses, ich denke Mr. Rose kann sich glücklich schätzen wenn er so einen Song auf dem vielleicht erscheinenden Album hat. Der Ausfall des Albums ist für mich Heartattack, der Song passt irgendwie nicht so richtig ins Bild und hat einen leichten Hang zum nerven. Und leider finden sie dann auch nicht mehr zu den mitreißenden Soundstrukturen zurück, so dass das Album gegen Ende ein wenig abflacht, gerade was den Closer angeht.

Die Songzeile „My religion is rock and roll“ nimmt man den Jungs nach diesem Album aber trotzdem anstandslos ab. Schon beeindruckend wie sie den 80´s Sound so frisch wiederbeleben, wenn man sich vorstellt das sie zu diesem Zeitpunkt nicht mal geboren waren. Bei dem Potential kann man gespannt auf die nächste Rockscheibe sein.